In Wien gibt es eine Vielzahl an Bibliotheken, die wertvolle Exemplare von Büchern weltbekannter Schriftsteller beherbergen. Die Österreichische Nationalbibliothek ist eine der geheimnisvollsten und größten in Wien. In den großen Holzregalen werden zahlreiche Bücher und Zeitschriften aufbewahrt, die einfach bezaubernd sind, schreibt vienna1.one.
Wenn man sich im Prunksaal der Bibliothek aufhält, scheint es, als wäre man in einer majestätischen Kathedrale inmitten eines prächtigen, großen Palastes. Und nur die langen Reihen von Regalen, in denen mittelalterliche Bände in Ledereinbänden aufbewahrt werden, holen einen in die Realität zurück.
Die Geschichte der Bibliothek

Offiziell wurde die Bibliothek in Österreich im Jahr 1575 gegründet. In dieser Zeit übernahm eine Vertrauensperson des Hauses Habsburg das Amt des Bibliothekars. Anfangs gab es in der Bibliothek keinerlei Leseausweise; die seltenen Bücher waren nur für reiche und hofnahe Personen zugänglich.
Eine recht interessante Tatsache ist, dass, wenn österreichische Adlige eine Frau wählten, zur Mitgift der Braut auch im Ausland gedruckte Bücher gehörten. Alle, die die Gunst der Obrigkeit erlangen wollten, spendeten wertvolle Exemplare aus ihren persönlichen Sammlungen, und die Staatskasse sparte nicht an Geld, indem sie regelmäßig lange Listen staatlicher Ankäufe erstellte.
Ziemlich schnell wuchs die Anzahl der Bücher, und es kam die Zeit, in der ein Ort für ihre Aufbewahrung benötigt wurde. Die Habsburger liebten es zu beeindrucken und gaben sich daher nicht mit Kleinigkeiten zufrieden. Im Jahr 1720 ereignete sich ein wichtiges Ereignis: Erzherzog Karl VI. gab den Bau eines eigenen Gebäudes für die Bibliothek im Barockstil als Teil der kaiserlichen Residenz, der Hofburg, in Auftrag.
Der Hofarchitekt Johann Bernhard Fischer von Erlach, der zuvor für die Habsburger das Sommerschloss Schönbrunn erbaut hatte, zeigte sich erneut von seiner besten Seite.
Ein Beleg dafür sind die mit Stuck und Skulpturen verzierten Stiegen. Davor öffnen sich große Türen, die in den Prunksaal führen. Betritt man diesen, wird klar, warum die Bibliothek als eine der schönsten der Welt bezeichnet wird. Besonders beeindruckend sind die prächtigen Fresken, die vom Hofmaler Daniel Gran geschaffen wurden.
Der Saal hat eine ovale Kuppel, in deren Mitte die Gestalt von Karl VI. zu erkennen ist.
In diesem Tempel des Wissens ist es wunderschön; es scheint, als hätten die Habsburger ihre Seele in seine Erschaffung gelegt. Das massive, sich über 80 Meter erstreckende Gewölbe des Saales wird von Säulen aus rauchfarbenem Marmor getragen.
Auf beiden Seiten des Saales stehen Regale, in denen seltene, einzigartige Ausgaben aufbewahrt werden. Die Sammlung der Bibliothek umfasst rund 7,5 Millionen Bücher, wissenschaftliche Arbeiten und Karten. Man muss sich das vorstellen, Millionen…
Vom zweiten Stock aus können Besucher die Galerie nicht betreten, und auch im Erdgeschoss kommt man nicht näher an die strukturierten Buchrücken oder die abgesperrten Stiegen heran – es gibt Absperrungen.
In den Ecken des zentralen Teils des Saales befinden sich Erd- und Himmelsgloben mit einem Durchmesser von über einem Meter – Werke des venezianischen Geografen und Historikers Vincenzo Coronelli.
Bücher, die viele lesen möchten

Für Menschen, die sich mit der Literatur der Vergangenheit vertraut machen möchten, sind in mehreren Vitrinen mittelalterliche Bücher ausgestellt. Die Sammlung der Bibliothek umfasst rund 8.000 Inkunabeln (Bücher, die in Europa vor dem 16. Jahrhundert gedruckt wurden).
In 128 historischen Bücherregalen und -schränken werden über 20.000 Werke präsentiert, die im Zeitraum von 1501 bis 1850 verfasst wurden. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Sammlung des Prinzen Eugen von Savoyen, die etwa 15.000 Bände umfasst, deren Einbände in rotes und gelbes Leder gebunden sind. Ebenso bemerkenswert ist eine der größten Sammlungen von Werken Martin Luthers.
Umfassende Restaurierung

Im Jahr 2022 wurde eine umfangreiche Restaurierung durchgeführt. Zahlreiche Elemente des Interieurs wie Stuck, Marmor- und Steinverzierungen sowie die Bücherregale wurden instand gesetzt.
Tausende von Holzteilen wurden ersetzt. Die Deckenfresken wurden nicht angetastet, da sie in einem sehr guten Zustand erhalten geblieben sind. Die Österreichische Nationalbibliothek ist für viele Menschen ein beliebter Ort, denn hier lesen sie, eignen sich neues Wissen an und tauschen sich miteinander aus.
