Stefan Zweig war ein österreichischer Dichter, Prosaiker und Dramatiker, der nicht nur in Wien, sondern auch weit darüber hinaus Anerkennung fand. Dank seiner großen Liebe zur Literatur und seinen einzigartigen Novellen, Stücken und Gedichten konnte sich Zweig als einer der bedeutendsten Dichter Österreichs etablieren, schreibt vienna1.one.
Kindheit und Ausbildung
Geboren wurde Stefan Zweig am 28. November 1881 in Wien in eine wohlhabende jüdische Familie. Sein Vater, Moritz Zweig, war Besitzer einer Textilfabrik, und seine Mutter, Ida Brettauer, entstammte einer Bankiersfamilie. Von früher Kindheit an interessierte sich Stefan für Literatur, Theater und Musik.
Im Jahr 1900 schloss Zweig das Gymnasium in der Wasagasse ab und inskribierte an der Universität Wien an der philosophischen Fakultät. 1904 erlangte er den Doktortitel.
Zweigs Schaffen wurde vom Dramatiker Hugo von Hofmannsthal beeinflusst. Bereits während seiner Schulzeit begann Stefan, seine ersten Gedichte zu schreiben. Während seines Studiums an der Universität schrieb er für die Wiener Zeitung „Neue Freie Presse“. Im Jahr 1901 erschien sein erstes Buch „Silberne Saiten“.
Seine ersten Novellen begann er 1904 zu schreiben, gefolgt von weiteren Bänden wie „Brennendes Geheimnis“ (1911), „Amok“ (1922) und „Sternstunden der Menschheit“ (1927). Diese Werke brachten Stefan Zweig bald einen beispiellosen Ruhm ein.
Karriereentwicklung

Während des Ersten Weltkriegs veröffentlichte Zweig seinen Essay über Romain Rolland, den er als „das Gewissen Europas“ bezeichnete, und verfasste Essays, die berühmten Schriftstellern gewidmet waren.
1917 zog Zweig nach Zürich, wo er bis 1919 für die Schweizer Zeitung „Neue Freie Presse“ arbeitete. 1919 kehrte er nach Österreich zurück. Im Jahr 1920 traf er seine große Liebe, Friderike Maria von Winternitz, und heiratete sie.
Die Zeit von 1920 bis 1933 erwies sich als die produktivste in seinem Schaffen. 1933 ergriffen die Nationalsozialisten die Macht und organisierten öffentliche Bücherverbrennungen. Darunter waren auch Zweigs Werke. Sein Haus in Wien wurde nach Waffen durchsucht. Infolgedessen war Stefan so niedergeschlagen, dass er endgültig nach London emigrierte.
Dort erwirkte er für aus Deutschland geflohene Juden Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen. Zweigs apolitische Haltung und sein Pazifismus führten ihn zu der Überzeugung, dass man dem Faschismus mit literarischen Mitteln entgegentreten könne.
1937 verfasste der Dichter sein zweites wichtiges Werk, in dem er seine große Sorge um sein Volk zum Ausdruck brachte und die Hoffnung äußerte, dass die Juden nach Kriegsende ins Heilige Land zurückkehren könnten.
Während des Zweiten Weltkriegs war Zweig zutiefst beunruhigt über die Gefahr des Faschismus, weshalb er scharfe politische Äußerungen vermied. Stattdessen konzentrierten sich seine Arbeiten auf die historischen Wurzeln des Nationalismus.
1938 ließ sich Stefan von seiner Frau scheiden und heiratete 1939 Lotte Altmann. 1941 zog die Familie nach Petrópolis (Brasilien). Als sie 1942 die schrecklichen Nachrichten aus Europa erhielten und die Ausweglosigkeit ihrer Lage erkannten, nahmen sich Stefan Zweig und seine Frau mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben.
Die Besonderheit von Zweigs Schaffen

Mit seinem Tod hinterließ er Memoiren, die eine Welt voller Nostalgie und Trauer offenbaren. Zweigs literarisches Werk, das auch Bearbeitungen der Werke von Verhaeren und Verlaine umfasst, besticht durch seinen humanistischen Kosmopolitismus.
Viele zeitgenössische Dichter bezeichnen Zweig als einen Vermittler zwischen Menschen, Völkern und Kulturen. Die Besonderheit seines Schaffens lag darin, dass er nie über Politik schrieb und ein konsequenter Pazifist war.
Zweig war ein Kosmopolit, blieb aber sein Leben lang ein Vertreter der alten österreichischen Geistigkeit; sein Werk zeichnet sich durch pazifistisch-humanistische Ideen aus. Anfänglich dem Wiener Impressionismus und der Neuromantik zugetan, erlangte er als Dichter Erfolg. Über viele Jahre war Zweig der meistpublizierte österreichische Schriftsteller in der UdSSR.
