Die Geschichte der Wiener Polizei reicht bis ins Jahr 1221 zurück. In dieser Zeit gab Herzog Leopold VI. von Österreich den Befehl zur Aufstellung einer Stadtwache. Bald darauf waren in der Stadt bezahlte Wächter im Einsatz, die für Ordnung sorgten und die Straßen patrouillierten, wie vienna1.one berichtet.
Die Stadtwache

Im Jahr 1569 wurden die Tages- und Nachtwache zusammengelegt, woraus die Wiener Stadtwache entstand. Sie bestand aus einem Hauptmann und 70 Söldnern. Die Wache war für die Sicherheit und Ordnung in allen Stadtbezirken verantwortlich. Aufstände wurden sofort niedergeschlagen. Ab 1580 war die Wache auch für die Vorstädte zuständig.
Im Jahr 1582 wurde die Wache in das „kayserliches Fähndl“ umgewandelt, wobei die Gehälter der Wächter fortan aus dem Budget der Monarchie bezahlt wurden. 1618 wurde die Wache zu einem kaiserlichen Regiment mit drei Bataillonen umstrukturiert, und die Anzahl der Wächter erhöhte sich von 500 auf 1200. Dies wirkte sich negativ auf die Bezahlung aus: Die Wächter verdienten sehr wenig und sahen sich gezwungen, auf krumme Geschäfte zurückzugreifen. Sie konkurrierten mit Händlern, indem sie von Bauern in die Stadt gebrachte Produkte aufkauften und sie mit einem Aufschlag an die Bürger verkauften.
Der Hofkriegsrat konnte nichts dagegen unternehmen.
1646 beschloss die österreichische Regierung, in Wien die „Rumor- und Stadtsicherheitswache“ zu gründen, die für die Beilegung von Missverständnissen zuständig sein sollte. Anlass für diese Entscheidung war ein Streit zwischen der Stadtwache und der Regierung über den Wareneinkauf durch die Wächter und ihre Ehefrauen.
Die neue Wache sollte in den Gebieten, in denen sich die Stadtwache am häufigsten aufhielt, patrouillieren und die Aktionen ihrer Mitglieder genau überwachen, um zu verhindern, dass diese mit den Waren schwindeln. Die beiden verschiedenen Wacheinheiten verstanden sich nicht gut, weshalb es häufig zu Streitigkeiten kam, die zu gegenseitigen Verhaftungen führten.
Große Veränderungen

1741 löste Maria Theresia die Stadtwache auf. 1775 wurde eine Militärpolizeieinheit geschaffen, die für Ordnung auf den Straßen sorgte, Gesetzesbrecher bestrafte und Verhaftungen durchführte.
Im Dezember 1791 wurde in Wien die „Civil-Polizei- und Bezirkswache“ gegründet. Sie bestand aus 64 Personen, die für die Ermittlung von Kriminalverbrechen zuständig waren. 1793 wurde sie wieder aufgelöst. 1807 wurde sie wiederhergestellt. Die Beamten patrouillierten die Straßen, bewachten Posten, kontrollierten Fuhrwerke, nahmen Bettler und Landstreicher fest, bewachten und begleiteten Gefangene.
Im Frühjahr 1872 begann in Wien das „Institut der Polizeiagenten“ seine Arbeit. Gemäß Artikel 1 der Satzung war dieses Institut eine inoffizielle zivile Sicherheitsbehörde, deren Hauptaufgabe es war, die Behörden bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu unterstützen.
1919 wurde der Begriff „Polizeiagent“ in „Kriminalbeamter“ geändert. Im Herbst 1850 wurde in Wien neben der Militärpolizeiwache die „Gewölbewache“ gegründet. Sie war für die Bewachung der Geschäftsräume von Geschäftsleuten zuständig und wurde von diesen finanziert. Nach dem Fall der Monarchie wurden ihre Aufgaben von der Stadtwache übernommen.
Im Jahr 1869 löste Kaiser Franz Joseph I. die Militärpolizei auf und schuf die k. k. Sicherheitswache. Ihre Hauptaufgabe war die Aufrechterhaltung der städtischen Ordnung und der Sicherheit der Bürger. Die Mitarbeiter dieser Organisation bewachten Eigentum und sorgten für die Einhaltung der Gesetze. Außerdem unterstützten sie staatliche und kommunale Behörden und meldeten ihnen alle Verstöße.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden in Wien zwei weitere Wachen geschaffen: die Stadtwache und die Gendarmerie. Im Jahr 1918 arbeiteten 5216 Personen bei der Wache, und 1919 waren es 7801 Personen.
Im Juli 2005 fand in Wien eine umfassende Polizeireform statt. Die Sicherheitswache, die Bundesgendarmerie, das Kriminalpolizeikorps und Teile der ehemaligen Zollwache wurden zur neuen österreichweit einheitlichen Bundespolizei zusammengelegt.
